Großer Vergleichstest Virtuelle Drums – DrumMic’a!

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Dieser Testbericht zu Sennheiser´s DrumMic’a! ist Teil des großen Vergleichstests Virtuelle Drums von Recording | Mixing | Mastering. Darin werden die einzelnen Programme genauer unter die Lupe genommen und Hilfestellung bei der Beantwortung der Frage “Welches ist das für mich passende Instrument” gegeben. Hier erfährst Du alles wichtigen Informationen zum großen Vergleichtest Virtuelle Drums.


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DrumMic’a! (Sennheiser)

DrumMic’a! ist ein kostenloses virtuelles Schlagzeug für KONTAKT 5 aus dem Hause Sennheiser.Hersteller: Sennheiser
Webseite: http://de-de.sennheiser.com/drummica
Betriebssysteme: Windows, Mac
Schnittstellen: VST, Audio Units, AAX Native (Pro Tools 10), RTAS, ASIO, CoreAudio, WASAPI, Stand-Alone
Handbuch (Deutsch): Download
Preis: kostenlos

DrumMic’a! ist ein virtuelles Schlagzeug für KONTAKT 5 aus dem Hause Sennheiser. Es handelt sich bei DrumMic’a! in erster Linie um ein Marketing-Instrument, mit welchem Ihr an die Mikrofone des Herstellers herangeführt werden sollt. Auch wenn die Mikrofone im Vordergrund stehen, ist die abgelieferte Qualität amtlich und die Software kann sich durchaus mit anderen am Markt erhältlichen Instrumenten messen. Und das Beste: Sennheiser bietet die Software im Rahmen einer Freeware-Lizenz an, d. h., die Nutzung ist nach der Eingabe eines kostenlosen Registrierungscodes unlimitiert.

Für DrumMic’a! wurde ein WAHAN Acryl-Set mit 15 Mikrofonen (10 von Sennheiser und 5 von Neumann) aufgenommen und gesamplet. Für das Recording zeichnete sich Mixing-Spezialist Hans-Martin Buff (u.a. Mousse T., Zucchero, Joss Stone, Scorpions) verantwortlich, eingetrommelt hat Ausnahmetalent Marco Bussi. Um einen unbeeinflussten Vergleich der verschiedenen Mikrofone zu gewährleisten und alle Möglichkeiten einer nachträglichen Bearbeitung offen zu lassen, wurden die Aufnahmen ohne den Einsatz von Kompressoren, Filtern oder anderweitiger Bearbeitungsstufen vorgenommen.

DrumMic'a! Testbereicht im Großen Vergleichstest Virtuelle Drums
Abb.: Für DrumMic’a! wurde ein edles WAHAN Acryl-Set aufgenommen.

Insgesamt stehen rund 13.000 Samples in 48 kHz / 24 Bit Qualität zur Verfügung, jeweils in bis zu 25 Velocity Stufen. Zur Vermeidung des Maschinengewehr-Effekts gibt es sechs Alternativ-Wiederholungen (sog. Round-Robin) der Einzelsamples. Eine Software-Automatik variiert und steuert zudem die abgerufenen Samples, wodurch sich Nuancen besser abbilden lassen und ein realistischerer Eindruck entsteht. Zur klanglichen Nachbearbeitung bietet Sennheiser einen integrierten Mixer mit Studioeffekten.

Die Bedienung von DrumMic’a! ist sehr einfach und erschließt sich sofort. Über das Hauptmenü im oberen rechten Bereich der Anwendung könnt Ihr die einzelnen Bearbeitungsfenster Beats, Drums, Mixer, Mic Select und Optionen auswählen.

Das WAHAN Set wurde an insgesamt 9 Positionen (BD innen, BD außen, Snare top, Snare botton, HiHat, Tom 1, Tom 2, Tom 3, Overheads) mikrofoniert. Für jede mögliche Mikrofon-Position schlägt Euch DrumMic’a! geeignete Mikrofone vor, welche Ihr anschließend auswählen und anhören könnt. Um den charakteristischen Klang der verschiedenen Mikrofone miteinander zu vergleichen, helfen die drei Schalter 0dB, Solo und Dry. Damit ist gut zu erkennen, wie die einzelnen Mikrofone an den Einzeltrommeln und Becken im Vergleich klingen. Zu jedem Mikrofon stellt Euch Sennheiser Informationen zum Klang und den Einsatzmöglichkeiten bereit.

Großer Vergleichstest Virtuelle Drums: DrumMic’a!- Menü Mic Select
Abb.: Für DrumMic’a! kamen 15 Mikrofone von Neumann und Sennheiser zum Einsatz.

Die Mikrofone für die einzelnen Positionen:

Bass Drum innen: e 901, MD 421 II, e 902
Bass Drum außen: TLM 170 R, D-01
Snare oben: MD 441, e 904, KM 184
Snare unten: e 906, KM 184
Toms: e 904, MD 421 II, U 87 AI
HiHat: KM 184, e 914, MKH 8040, MK 4
Overheads: e 914, KM 184, USM 69 I, MKH 800

Im integrierten Mixer könnt Ihr die Einzel-Sounds sowie das Summensignal nachbearbeiten und zum gewünschten Gesamtsound mischen. Der Mixer bietet hierzu eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten. So gibt es pro Kanalzug einen Lautstärke-Fader, einen Panorama-Regler sowie einen Send-Poti zum Einstellen des internen Halls. Außerdem könnt Ihr festlegen, wie stark jedes Einzeltrommel auf den Overheads zu hören ist.

Um Phasenverschiebungen entgegenzuwirken, liefert DrumMic’a! für die Kanäle BD außen und Snare bottom einen Phasenumkehrschalter. Der Overhead-Kanal kommt anstelle eines Panorama-Reglers mit einen Stereobreite-Regler sowie einen MONO-Schalter. Mit dem “View” Schalter könnt Ihr bequem zwischen der Drummer- und der Publikums-Perspektive umschalten.

Großer Vergleichstest Virtuelle Drums: DrumMic’a! - Menü Mixer
Abb.: Mixer und Effektsektion von DrumMic’a! zur nachträglichen Bearbeitung der Sounds.

Zum Nachbearbeiten der Sounds stehen Euch in DrumMic’a! integrierte Studioeffekte in Form eines 4-Band-Equalizer, Transienten-Designer, Kompressor und Faltungshall zur Verfügung. Der Faltungshall bietet insgesamt 19 Räume, Einstellungsmöglichkeiten sind hier, bis auf Tiefpass- und Hochpassfilterung, leider keine gegeben. Generell beschränken sich die Effekte auf die Grund-funktionen bzw. -parameter und bieten also keine weiterführenden Features. Zum Abmischen ladet Euch einfach eines der 30 Presets mit Mixer- und Effekt-Einstellungen oder legt selbst Hand an.

DrumMic’a! stellt Euch ca. 1.400 MIDI Grooves, Fills, Intros und Endings bereit. Diese sind nach Genres geordnet und können im internen MIDI Player vorgehört werden. Die Bandbreite reicht von Disco, Jazz, Blues, Country bis hin zu Pop, Rock und Metal. Gefällt Euch ein Groove, zieht Ihr ihn einfach per Drag and Drop in die Timeline Eures Sequencers.

DrumMic’a! bietet 1.400 Grooves im MIDI-Format
Abb.: DrumMic’a! stellt Euch 1.400 Grooves in vielen Genres zur Verfügung.

Im Menü Optionen lassen sich in DrumMic’a! die Velocity (Ansprechverhalten des Tastendrucks bzw. des Drum Triggers) und der hörbare Anteil des mitschwingenden Snare-Teppichs (Bleeding) via Drehregler festlegen. Wer nicht mit dem internen Mixer arbeiten will, kann jedem Kanal einen eigenen DAW-Ausgang zuweisen.

Bzgl. MIDI Mapping beherrscht DrumMic’a! die Notenzuweisungen einiger Roland E-Drums (TD-3, TD-6, TD-12 und TD-20) sowie verschiedener am Markt erhältlichen Drum-Plugins (z.B. BFD, EZ Drummer, Superior Drummer, Addictive Drums). Damit könnt Ihr die in diesen Instrumenten erzeugten MIDI Files in DrumMic’a ohne mühsame Neuzuweisung abspielen.

DrumMic’a! Virtuelles Schlagzeug - Optionen
Abb.: Im Bereich Optionen könnt Ihr Velocity, MIDI-Mapping, Snare-Übersprechungen und Einzelausgänge einstellen.

DrumMic’a! ist als Stand-Alone oder Plugin (VST, Audio Units, AAX Native (Pro Tools 10), RTAS, ASIO, CoreAudio, WASAPI) kostenlos auf der Webseite von Sennheiser verfügbar. Wer möchte, kann sich auch eine DVD bestellen, welche einem ebenfalls kostenfrei zugeschickt wird.

Klangbeispiele DrumMic’a!

Jazz (Mixer-Preset Jazz + Beats und Fills aus der Gruppe Jazz)

Blues (Mixer-Preset Blues + Beats und Fills aus der Gruppe Blues)

Rock (Mixer-Preset Rock + Beats und Fills aus der Gruppe Rock)

In den folgenden beiden Beispielen ist gut zu hören, wie unterschiedlich die verschiedenen Mikrofone klingen.

Mikrofon Snare top (2 Takte e904/ 2 Takte MD441)

Mikrofon Overhead (2 Takte e914/ 2 Takte USM69i)

Testergebnis DrumMic’a!

1. Oberfläche 4 Stars (4 / 5)
Das Design von DrumMic’a! ist insgesamt gelungen. Das “durchsichtige” WAHAN-Set sieht super aus und wirkt sehr edel auf dem weißen Hintergrund. Die farbliche Gestaltung ist zeitgemäß, mir ist die Farbkombination grau/grün/blau allerdings ein wenig zu blass. Auch die graphische Umsetzung der Drehregler in Mixer und der Effektsektion sowie die verwendete Schriftart gefällt mir persönlich nicht ganz so gut.

2. Handhabung 5 Stars (5 / 5)
Die Bedienung von DrumMic’a! ist einfach und erschließt sich sofort. Das Auswählen der Hauptfunktionsbereiche über einzelne Reiter hat sich in anderen Programmen bewährt und funktioniert demzufolge auch in DrumMic’a! sehr gut. Der Aufbau des Mixers und der einzelnen Effekte ist logisch und auch das Auswählen der Mikrofone ist kinderleicht.

3. Klang 4 Stars (4 / 5)
Ein Acryl-Drumset ist ja nicht jedermanns Sache. Daher war ich bzgl. des Sounds von DrumMic’a! zunächst skeptisch, wurde dann aber positiv überrascht. Das Kit kling sehr klar und druckvoller als erwartet, allerdings fehlt für meinen Geschmack ein wenig die Wärme. Auch hinsichtlich Stilechtheit punktet das WAHAN-Set und klingt in den unterschiedlichen Styles angemessen und authentisch.

4. Einsatzmöglichkeiten 3 Stars (3 / 5)
DrumMic’a! beinhaltet lediglich ein Schlagzeug-Kit und damit weniger als die Programme der meisten Wettbewerber. Auch existieren keine Expansion- bzw. Erweiterungs-Libraries. Die geringe Anzahl ist allerdings verständlich, geht es doch primär um die Mikrofone des Herstellers und deren Vergleichbarkeit. Überaschenderweise klingt das WAHAN-Set erstaunlich variabel und ist für viele Styles einsetzbar. Die Presets ermöglichen Dir in jedem gewünschten Genre sofort gute Ergebnisse.

5. Bearbeitungsmöglichkeiten 3 Stars (3 / 5)
DrumMic’a! bietet Dir zur Nachbearbeitung der Audiosignale einen integrierten Mixer mit Effektsektion. Auch wenn die Effekte nur die Grund-Parameter und -Funktionen umfassen, lassen sich sehr unterschiedliche Ergebnisse damit erzielen. Mit dem Transient-Designer könnt Ihr die Hüllkurven direkt anpacken, zudem lässt sich der Klang der Trommeln und Becken gezielt durch die Wahl eines anderen Mikrofons beeinflussen. Wünschenswert wäre eine Humanizing-Funktion, um die Spielweise noch ein wenig menschlicher gestalten zu können.

6. Grooves 3 Stars (3 / 5)
DrumMic’a! liefert Dir im Vergleich zu anderen Programmen mit 1.400 Grooves eine eher kleine Sammlung. Diese deckt allerdings eine breite Palette an Styles ab. Tom-Grooves fehlen bis auf ein paar Ausnahmen leider komplett. Einige der Fills und Endings sind vom Spielerischen sehr anspruchsvoll und in Realität nur von Cracks zu spielen. Hier sollte Ihr in der Auswahl aufpassen, sonst könnten die Drum-Linien in Euren Songs schnell zu technisch und ggf. weniger songdienlich klingen. Alles in allem sind die Grooves in DrumMic’a! ausreichend, um gut arbeiten zu können und geeignete Schlagzeug-Linien zu erstellen.

7. Preis/Leistung 5 Stars (5 / 5)
Das, was Sennheiser mit DrumMic’a! am Start hat, ist für ein Freeware-Tool wirklich beeindruckend. Aufnahmen und Programmierung sind von sehr hoher Qualität und stehen kommerziellen Programmen kaum nach. Großes Lob!

Gesamturteil 3.8 Stars (3,8 / 5)
Sennheiser ist mit DrumMic’a ein genialer Marketing-Schachzug gelungen. DrumMic’a! gefällt mir sehr gut, auch wenn die Mikrofone des Herstellers klar im Vordergrund stehen. Die Software ist intuitiv zu bedienen und klingt absolut hochwertig. Dem nicht genug, liefert Sennheiser einen eigenen Mixer einschl. Effektsektion und stellt sogar eine kleine Library an Grooves zur Verfügung. Nicht umsonst ist DrumMic’a! eingeschlagen wie eine Bombe und zählt für viele zu den Top-Freeware Programmen in 2013. Zugreifen!

Die Features von DrumMic’a! im Überblick

  • virtuelles Drum-Instrument für KONTAKT Player
  • 15 Mikrofone von Sennheiser und Neumann
  • 13.000 Drums-Samples in 24 Bit/48 kHz Qualität
  • 25 Velocity-Stufen, Round Robin (6 Varianten) zur Vermeidung des Maschinengewehreffekt
  • integrierter Mixer mit Effektsektion (Equalizer, Kompressor, Transienten-Designer, Faltungshall)
  • ca. 1.400 MIDI-Grooves, verschiedene Genres, einschl. Fills und Intros
  • MIDI Mapping: versch. Roland E-Drums, versch. Drum-Instrumente (u.a. BFD, Addictive Drums, EZ Drummer)
  • Windows und Mac
  • Stand-Alone und als Plugin (VST, AU, AAX, Native (ProTools 10), RTAS, ASIO, Core Audio, WASAPI)
  • kostenloser Download
  • Freeware Lizenz

Über den Author

Michael Schulze Michael Schulze beschäftigt sich seit über 10 Jahren mit Homerecording und Musikproduktion. Er hat die Mastering Academy von Fridemann Tischmeyer besucht sowie Kurse bei SAE und HOFA absolviert. Auf www.recording-mixing-mastering.de veröffentlicht er Beiträge und News rund um Musikproduktion. Darüber hinaus betreibt er noch die Webseite www.mixen-und-mastern.de

  1. Zitat:
    “DrumMic’a! beinhaltet lediglich ein Schlagzeug-Kit und damit weniger als die Programme der meisten Wettbewerber.”

    Ist ja aber auch Freeware…

    Und mal erhrlich: EZDrummer klingt nicht besser (auf den Test bon ich übrigens gespannt. Kann bisher mit EZD gar nichts anfangen).

  2. Hallo Heiner,

    genau, und es geht ja vordergründig auch um die Mikrofone von Sennheiser. Das “lediglich” ist daher auch nicht negativ gemeint, sondern im Vergleich zu den Wettbewerbern.

    Den EZDrummer Test habe ich erstmal verschoben, da ja Anfang Mai die neue Version rauskommen soll. Bin auch gespannt wie die ist…

    Grüße, Micha

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